Deutscher Gewerkschaftsbund

25.03.2014

Schulreinigung: Senat überlässt Bezirken die Drecksarbeit

In vielen Berliner Bezirken herrscht großer Unmut über dreckige Schulen. Grund ist oftmals, dass die Bezirke durch den Spardruck des Senats gezwungen sind, den billigsten Anbieter zu nehmen. Diese versprechen zwar oft, Mindestanforderungen zu erfüllen. Die Folge sind ein starker Druck auf die Beschäftigten und oftmals nicht zu schaffende Leistungsvorgaben, wachsende Unzufriedenheit bei Eltern, SchülerInnen, LehrerInnen, die sich dann bei den Bezirken beschweren.

Nach den Protesten hat die Senatsverwaltung Bildung, Jugend, Wissenschaft immerhin eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um gemeinsam mit Bezirken, Gebäudereinigungs-Innung und Gewerkschaften (DGB + IG BAU) zu erörtern, wie es besser werden kann.

Relativ schnell war klar, mehr Qualität muss erstens gefordert und zweitens auch kontrolliert werden. Beides kostet Geld.

Die Reaktion der Senatsverwaltung kam prompt: Am vergangenen Montag verkündete der AG-Leiter den staunenden Mitgliedern die sofortige Einstellung der Arbeitsgruppe! (siehe TAGESSPIEGEL : Senat kippt Arbeitsgruppe zur Schulreinigung) Die Bezirke könnten die Arbeitsgruppe ja in eigener Regie weiterführen.

Für Heiko Glawe, Regionsgeschäftsführer des DGB-Berlin und selbst Mitglied der Arbeitsgruppe ist das Vorgehen der Senatsverwaltung skandalös: „Es ist erschreckend, mit welcher Kaltschnäuzigkeit der Senat die Bezirke gegen die Wand fahren lässt. Die Leidtragenden sind die Bürgerinnen und Bürger, in diesem Fall vor allem Eltern, SchülerInnen und Beschäftigte in den Reinigungsunternehmen und in den Schulen.“


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Ko­lum­­ne: Die Rechts­fra­­ge
DGB
Leser des Tagesspiegel kennen Martina Perreng. Seit 2005 beantwortet die Arbeitsrechtlerin auf der Karriere-Seite Fragen zum Arbeitsrecht. Der DGB veröffentlicht die "Karriere-Fragen" nach ihrem Erscheinen im Tagesspiegel auf dieser Seite.
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