Deutscher Gewerkschaftsbund

21.09.2017

Steigende Mieten in Großstädten erhöhen Armutsrisiko

Das Negativ(e) der schwarzen Null ist ein schwarzes Loch

Berliner Zeitung: "... Mietpreise machen ... Berliner arm" 

Die stark steigenden Mieten in den Großstädten erhöhen signifikant das Armutsrisiko. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung, die am 18.09.2017 bei einem wohnungspolitischen Workshop des DGB-Bundesvorstands in Berlin vorgestellt wurde.

„Mehr Geld für den sozialen Wohnungsbau und eine Mietpreisbremse, die auch funktioniert.“, forderte dementsprechend DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell in der Pressemitteilung zum DGB-Workshop.

Ein wesentlicher Kostentreiber ist – gerade in Berlin – die Bundesregierung, die weiterhin bundeseigene Grundstücke und Immobilien zum Höchstpreis an ausschließlich profitorientierte Privatunternehmen verkauft, statt sie den Kommunen für bezahlbare Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Die Folgen zeigen sich beispielsweise am Wohnprojekt Neon Wood, wo mal eben 635 Euro Miete für 18 Quadratmeter verlangt werden. „Mit dem Projekt werden prinzipiell alle Studenten in Berlin angesprochen, insbesondere jedoch Erstsemester und internationale Studenten“, zumindest alle, die sich das leisten können. Auch als Vermieter schlägt der Bund kräftig zu: „Bundeseigene Häuser Bewohner fordern Stopp der Preistreiberei

Bundesfinanzminister Schäuble und sein Staatssekretär, Jens Spahn, machen also Kasse und lassen sich dafür auf Kosten von Mieter_innen als Haushaltssanierer feiern.

Das Negativ(e) der schwarzen Null für den Bundeshaushalt ist ein schwarzes Loch für immer mehr Berliner Mieterhaushalte.


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