Deutscher Gewerkschaftsbund

08.03.2017

Jeden Tag treten in Berlin 20 Frauen in eine DGB-Gewerkschaft ein

Ihnen und allen anderen Kolleginnen wünscht die DGB-Region Berlin alles Gute zum Internationalen Frauentag.

„Wir verändern“, so lautet das neue Motto des DGB zum Internationalen Frauentag. Wenn sich viele zusammen schließen, können sie etwas verändern. Das ist das Prinzip jeder Gewerkschaft weltweit.

2016 sind 7.898 Berliner Frauen Mitglied einer DGB-Gewerkschaft geworden, das sind mehr als zwanzig Beitritte pro Tag.

Eines der vielen Dinge, die es zu verändern gilt, ist die Rentenpolitik. Immer mehr Menschen, vor allem Frauen, sind von Altersarmut betroffen. Die Absenkung der gesetzlichen Rente trifft vor allem Frauen, denn nur die wenigsten haben eine Betriebsrente.

Der DGB und die Mitgliedsgewerkschaften haben daher die Kampagne rente-muss-reichen.de gestartet, um insbesondere die gesetzliche Rente zu stärken. Diese Kampagne steht auch  im Mittelpunkt der diesjährigen Aktivitäten zum Internationalen Frauentag. Überall dort, wo es DGB-Kreisverbände gibt, verteilen auch in diesem Jahr wieder die Kolleginnen und Kollegen Karten mit Forderungen gegen Altersarmut und Schokolade.

 Internationaler Frauentag

DGB

 Internationaler Frauentag

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Frau. Alt. Arm. Altersarmut ist vor allem weiblich!

Die Rente ist das Spiegelbild des Erwerbslebens. Typische Erwerbsbiographien von Frauen wirken sich direkt auf die Rentenhöhen aus. Prekäre Jobs: sozial ungenügend abgesichert, schlecht entlohnt, unfreiwillige Teilzeit, Minijob, Scheinselbstständigkeit und Freiberuflichkeit. Weibliche Lebensverläufe sind oft geprägt von Erziehungs- und Pflegezeiten. Wechselfälle des Lebens, wie eine Trennung, führen zu geringeren Alterseinkommen in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die gesetzliche Rente ist gerade für Frauen die wichtigste Säule der Alterssicherung, da oft Möglichkeiten fehlen, sich zusätzlich abzusichern. Hinzu kommt die immer noch ungenügende rentenrechtliche Anerkennung von Sorgearbeit z.B. in der Pflege von Angehörigen.

Seit dem Jahr 2000 sinkt das Rentenniveau. Ausgehend von 53 Prozent soll es bis 2030 auf 43 Prozent des Durchschnittslohns abgesenkt werden – der Sinkflug muss gestoppt werden!
Für ein würdevolles Leben im Alter!

Wir fordern:

Schluss mit dem sinkenden Rentenniveau. Gesetzliche Rente stärken.
– Rentenniveau stabilisieren und langfristig wieder deutlich anheben
– Rente nach Mindestentgeltpunkten
– Bessere Berücksichtigung von Sorgearbeit, Arbeitslosigkeit, Aus- und Weiterbildung

Raus aus der Armutsfalle Minijob! Minijob = Minirente = Altersarmut

– Die deutliche Mehrheit der Beschäftigten in Minijobs sind Frauen.
– Frauen werden Perspektiven genommen, heute und im Alter.
Deshalb: Umwandlung von Minijobs in voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
Höhere Löhne. Mehr gute Arbeit.

70% der Beschäftigten im Niedriglohnsektor sind Frauen, deshalb:
– Gleiche Stundenlöhne bei Teil- und Vollzeit
– Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen
– Dauerhafte Kopplung der Renten an die Lohnentwicklung


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Ko­lum­­ne: Die Rechts­fra­­ge
DGB
Leser des Tagesspiegel kennen Martina Perreng. Seit 2005 beantwortet die Arbeitsrechtlerin auf der Karriere-Seite Fragen zum Arbeitsrecht. Der DGB veröffentlicht die "Karriere-Fragen" nach ihrem Erscheinen im Tagesspiegel auf dieser Seite.
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