Deutscher Gewerkschaftsbund

12.06.2013
Berliner Musikschullehrkräfte werden massenhaft gekündigt

Protestkundgebung am 14.Juni auf dem Gendarmenmarkt

Nachdem ein Großteil der ca. 1.500 Honorarkräfte an den Berliner Musikschulen die ihnen aufgezwungenen neuen Honorarverträge nicht unterschrieben hat, flattert ihnen in diesen Tagen, kurz vor den Sommerferien, die Kündigung ins Haus. Aufgrund einer neuen "Honorarordnung" des Senats sehen sich die Bezirke zu dieser Maßnahme gezwungen und suchen bereits fieberhaft nach neuen Lehrkräften für den Herbst.

"Die Eltern und Schüler/innen wollen ihre Lehrer behalten. Die Lehrkräfte akzeptieren keine weitere Verschlechterung ihrer Einkommen und Arbeitsbedingungen. Das Land zerstört über Jahrzehnte gewachsene Teams an den Musikschulen. Der Vorgang ist ungeheuerlich und ohne Beispiel in der Geschichte der Deutschen Musikschulen", sagt Stefan Gretsch, Bundesvorsitzender der ver.di Fachgruppe Musik. "Musikschullehrer haben einen Hochschulabschluss, genau wie Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen. Die seit Jahrzehnten gewachsene finanzielle und soziale Benachteiligung ist unerträglich geworden", so Stefan Gretsch.

Heiko Glawe, DGB-Regionsgeschäftsführer Berlin, hält die Eskalationsstrategie des Senats für unverantwortlich. „Bereits das sogenannte Merkblatt der Senatsverwaltung für Bildung war ein Skandal. Statt endlich mehr feste Stellen zu schaffen und einen Tarifvertrag auszuhandeln werden die Kolleginnen und Kollegen quasi als Betrüger beschimpft, weil ihnen ausgefallene Stunden pauschal vergütet wurden. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist also quasi Betrug.“

Am kommenden Freitag, dem 14. Juni 2013, zeigen die ver.di-Fachgruppe Musik und die Landeslehrervertretung ab 12.30 Uhr vor dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt die rote Karte gegen Kündigungen und verleihen dem Berliner Senat den „Musikschul Killer Award 2013“.

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Ko­lum­­ne: Die Rechts­fra­­ge
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Leser des Tagesspiegel kennen Martina Perreng. Seit 2005 beantwortet die Arbeitsrechtlerin auf der Karriere-Seite Fragen zum Arbeitsrecht. Der DGB veröffentlicht die "Karriere-Fragen" nach ihrem Erscheinen im Tagesspiegel auf dieser Seite.
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