Deutscher Gewerkschaftsbund

23.04.2024
Europawahl 2024

Gute Arbeit – besser mit Europa!

Die Region Berlin bittet zur Wahlurne

Die Europawahl am 9. Juni 2024 rückt stetig näher und damit auch die Frage, welche*r Kandidat*in ins Europaparlament gewählt werden. Um allen Interessierten die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Positionen und Projekten der Kandidierenden der demokratischen Parteien zu erleichtern, lud die Region Berlin vergangenen Donnerstag Kandidatinnen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke. und der FDP ein, um ihnen auf spielerische Weise auf den Zahn zu fühlen.

Neben teils kontroversen Diskussionen gab es zahlreiche Momente des Einverständnisses und gegenseitiger Unterstützung auf dem Spielfeld. Auf diesem gelangten die Kandidatinnen per Würfel zu den zu diskutierenden Themenbereichen. Dabei wurden neben Publikumsfragen weitere knifflige Fragen zu Themen wie Arbeit, Soziales, Wirtschaft, Transformation, Klima und vielen weiteren diskutiert.

Die Kandidatinnen im Überblick

Gaby Bischoff von der SPD ist seit 2019 Berliner Abgeordnete im EU-Parlament. Sie ist Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten sowie erste Vize-Vorsitzende und Mitglied im Ausschuss für konstitutionelle Fragen. Seit 2012 ist sie zudem Vize-Vorsitzende der S&D-Fraktion im Europaparlament. Für die Europawahl im Juni tritt Gaby Bischoff erneut als Berliner Spitzenkandidatin der SPD an.

Susanne Zels von der CDU ist selbständige Politikanalystin und -beraterin. Susanne kandidierte bereits im Jahr 2019 für das Europaparlament. Ihr Herzensprojekt ist die Initiative Values Unite zur Gründung einer Europäischen Agentur für politische Bildung.

Viviane Triems von Bündnis 90/Die Grünen kommt ursprünglich aus Dresden, lebt aber heute im schönen Potsdam und ist als Vielfaltspolitische Sprecher*in im Landesvorstand der Grünen tätig. Seit November 2023 ist Vivien offizielle Europakandidat*in und kämpft für soziale Gerechtigkeit. Dabei setzt Vivien sich insbesondere für eine Gleichberechtigung der LGBTIQ* Community ein und legt großen Wert darauf, Viviens ostdeutsche Perspektive politisch einzusetzen – vor allem, wenn es um soziale Gerechtigkeit und den Kampf gegen Rechtsextremismus geht.

Ines Schwerdtner von Die Linke war viele Jahre als Journalistin tätig und dabei unter anderem an der Gründung des Magazins Jacobin mitbeteiligt, bevor sie die Seiten wechselte und sich politisch engagierte. Nun setzt sie sich für eine Erneuerung der Partei Die Linke. ein und möchte auf diese Weise für ein starkes und soziales Europa kämpfen.

Anastasia Vishnevskaya-Mann von der FDP ist in der Sowjetunion geboren und nach der Niederschlagung der prodemokratischen Proteste 2012 aus Russland ausgewandert. Im EU-Parlament möchte sie sich vor allem dafür einsetzen, dass die EU den strategischen Rivalen Russland und China Paroli bieten kann und sich gegen hybride Angriffe und unfaire Wirtschaftspraktiken erfolgreich verteidigt.

Rechtsruck verhindern, Demokratie stärken!

Mit Blick auf die sich verändernde politische Landschaft innerhalb Europas richtete die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds Berlin-Brandenburg Katja Karger eingangs eindringliche Worte an das Publikum:

Besonders in Zeiten erstarkender rechter Kräfte brauche es ein handlungsfähiges und geeintes Europa. Der kollektive Gang zur Wahlurne am 9. Juni 2024 sei unerlässlich, um sich für die Demokratie und gegen einen weiter fortschreitenden Rechtsruck in der EU stark zu machen.

Viele Instrumente wie beispielsweise die Mindestlohnrichtlinie, die gesetzlich festgeschriebene Tarifbindung von 80% im unionalen Raum oder die Entgelttransparenzrichtlinie zur Bekämpfung des sogenannten Gender Pay Gaps seien wichtige Fortschritte für die europäischen Beschäftigten.

Die EU trüge mit solchen Maßnahmen maßgeblich zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Millionen von Menschen bei. Diese Errungenschaften gelte es zu schützen und gegen rechte Bestrebungen, die unter anderem auch den Rückbau europäischer Institutionen beinhalten, zu verteidigen.

In diesen Kanon stiegen auch die anwesenden Kandidierenden Gaby Bischoff (SPD), Susanne Zels (CDU), Viviane Triems (B90/Die Grünen), Ines Schwerdtner (Die Linke.) und Anastasia Vishnevskaya-Mann (FDP) ein.

Gute Arbeit, Sicherheit und Frieden – das alles sei vor allem durch und Dank der EU möglich, nicht ohne sie.


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